HARALD FUCHS
   
Libreville | 2005

Eine begehbare Licht-, Objekt- und Sound-Installation mit stehenden und bewegten Bildern.

"Libreville", so heißt die Hauptstadt des zentralafrikanischen Staates Gabun und bedeutet die "Freie Stadt". Diese sprachliche Metapher benutzt Harald Fuchs für die Beschreibung einer visionären Gesellschaft,
die bereits abgekoppelt ist von den tradierten Moralvorstellungen zu Religion, Leben und Tod und die auch keine wissenschaftlichen Tabus mehr kennen muß.
Diese Vision eines "neuen Lebens" existiert bereits in den Köpfen unserer heutigen Elite, da die gentechnische Manipulation im menschlichen Genom sich als so erschreckend einfach umsetzbar präsentiert.
Letztendlich steht am Ende dieser Entwicklung das Ziel, den biologischen Tod überwinden (überlisten) zu können. Erneut könnte dabei die Dritte Welt die Erste Welt "bedienen". In der Installation werden mehrere stehende und bewegte Lichtprojektionen von einem afrikanischen Schneider und einer Schneiderin an Nähmaschinen gezeigt, die symbolisch und ungehemmt menschliches Erbgut "vernähen", exemplarisch mit speziell entworfenen Stoffen mit Mustern von Doppelhelix, geklonten Zellen, genetischen Codes usw., die oberflächlich betrachtet an traditionelle Stoffe erinnern.
Als zusätzliches Bildelement dient die "Laborfliege" als Symbol für Forschung, Evolution und Vergänglichkeit innerhalb der multimedialen Installation.Dieses alltägliche Lebewesen besitzt zu 30 Prozent die gleichen menschlichen Gene, woraus resultiert, dass die intensiv betrie- bene Forschung an der Laborfliege gleichzeitig auch immer Menschen(Gen)forschung bedeutet.

Die Fliege als Sinnbild für die Ambivalenz wissenschaftlicher Forschung und zugleich als ein vertrautes kulturhistorisches Vanitasmotiv.

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