HARALD FUCHS
   
Das Paradoxe von Schrödingers Katze (oder wie wäscht man sein Geschirr mit schmutzigem Spülwasser ...) | 2007

Installation und Zeichnungen, Museum Schloss Moyland

Harald Fuchs benutzt für seine Ausstellungskonzeption die sichtbare (materielle) und unsichtbare (philosophische) Welt der Quantenmechanik als visuelle und gedankliche Inspiration. Als konkrete Bezugsquellen für die künstlerische Auseinandersetzung dienen Harald Fuchs hierbei u.a.:

01. das absurde Gedankenexperiment „Schrödingers Katze“, in dem der Physiker Erwin Schrödinger eine imaginäre Katze in einen Überlagerungszustand von Tod- und Lebendigsein versetzt.

02. der sogenannte „Otto-Hahn-Tisch“ von 1938, eine Versuchsanordnung zum Nachweis der kontrollierten Kernspaltung von Otto Hahn und Fritz Straßmann auf einem kleinen Holztisch (Deutsches Museum München). Dieses bahnbrechende Experiment war der Einstieg und der Beginn des Atomzeitalters mit all seinen gesellschaftlichen und politischen Folgen.

03. die physikalische Formel der „Heisenbergschen Unschärferelation“, in der die Unmöglichkeit der gleichzeitigen Orts- und Impulsbestimmung formuliert ist.

In den für das Museum Schloss Moyland entwickelten Licht- und Soundinstallationen verwendet Harald Fuchs bevorzugt die Materialien Glas und Spiegel, die er in Kombination mit den (Licht-)Bildprojektionen objekthaft inszeniert. Die bewegten und stehenden Bilder werden mittels Overhead- und Beamerprojektoren erzeugt.

In seinen vorwiegend großformatigen Graphitzeichnungen auf Büttenpapier, die den zweiten Teil der Ausstellung bilden, setzt sich Harald Fuchs zum einen mit dem äußeren Erscheinungsbild des „Otto Hahn Tisches“ und zum anderen mit der unsichtbaren Welt auseinander: mit den Spuren energiereicher Atomteilchen, wie sie in sogenannten Nebelkammerbildern der Kernforschungslabore sichtbar werden.

Wie auch in seinen früheren künstlerischen Environments, arbeitet Harald Fuchs im Museum Schloss Moyland am Thema der verschiedenen Wahrheits- und Wahrnehmungsmodelle im Kontext mit Wissenschaft und Kunst. Dabei sind Analogien, Bedeutungsvielfalt und Transparenz ein durchgängiges Prinzip seiner künstlerischen Konzeption.

„Indem man etwas betrachtet, verändert man es.“

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