HARALD FUCHS
   
DIE HYBRID-KONTROVERSE - UND DIE TROMMELN VON MALAGA | 2008

Eine Spiegelskulptur mit Lichtprojektionen und rhythmischen Klängen.
Fuhrwerkswaage, Kunstraum e.V., Köln, 2008

In der „Fuhrwerkswaage“, einer nüchternen kubischen Ausstellungshalle, erstreckt sich eine hoch aufragende Installation zwischen Boden und Decke. Die multimediale Installation besteht aus zwei großen Spiegelflächen mit je 300 cm x 300 cm, die in einer Abstandshöhe von 400 cm horizontal und parallel ausgerichtet sind, und somit sich gegenseitig in der Vertikalen ins Unendliche wiederspiegeln. Der Raum zwischen der liegenden, bzw. hängenden Spiegelfläche wird teils von gebrauchten und verfärbten Bettlaken, als auch von Tischtüchern und halbtransparenten Gardinenstoffen umschlossen. Diese patchworkartig zusammengenähten Stoffbahnen dienen u.a. als Auf- und Rückprojektionsflächen für Overhead- und Beamerprojektionen. An einer Stelle der drei geschlossenen Stoffbahnen werden zwei separat laufende Videofilme ineinander projiziert:

- zum einen sind es sehr persönliche durch Film festgehaltene Eindrücke einer Andalusischen Prozession während der „Semana Santa“ 2006 in Malaga,

- und zum anderen eine Filmcollage über „Urknall“ und „Schwarze Löcher“, die die Entstehung und das Ende des Universums aus wissenschaftlicher Sicht veranschaulicht.

Eine weitere Projektion zeigt an einer sehr markanten Stelle eines „durchgelegenen“ Bettlakens in filmischer Abfolge eine Art „Spurensuche an einer Reliquie“ mittels einer imaginären und von der Hand des Künstlers ausgeführten Markierung und Vermessung.

Der gesamte Raum mit der lichtdurchfluteten, zeltartigen Spiegelkonstruktion im Zentrum ist akustisch erfüllt mit den rhythmischen Trommelklängen der Andalusischen Prozession,und den fragmentarisch hörbaren wissenschaftlichen Erkenntnissen über unser Universum,
über relative Zeit und den unendlichen Raum.



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