HARALD FUCHS
   
Der mit Narben und Sonnenflecken überzogene Arbeitstisch des Ingenieurs/Künstlers | 1998

Bonn, Kunst- und Ausstellungshalle der BRD

Der komplexe Titel "Der mit Narben und Sonnenflecken überzogene Arbeitstisch des Künstlers" verweist auf die mediale und atmosphärische Komplexität der gesamten Installation.
Auf acht Glastischen mit je 160 cm x 80 cm entsteht ein kafkaeskes Bilder- und Objektlaboratorium. Auf den Tischen liegen ca. 400 Petrischalen, die in sich abgeschlossene kleine Schauvitrinen bilden.
Diese Glasschalen enthalten grafisch biologische Formeln und Zeichnungen, dazu genwissenschaftliche Beschriftungen und als Molekülketten nachempfundene Drahtmodelle. Bizarr erscheinende Bussardkrallen und zahlreiche 1:1 Abdrücke von weiblichen Brustwarzen aus Silikon sind ebenfalls Bestandteile dieser Petrischalen.
Die Tische sind durchgängig von langgestreckten gläsernen Laborgefäßen überspannt, die in ihrer technischen und teils organischen Ausformung eine absurde Krakenhaftigkeit erlangen.
Drei in die Tischformation integrierte Overheadprojektoren projizieren durchdringende Bildmotive auf gespannte Rückprojektionsleinwände, die somit die Installation räumlich begrenzen und gleichzeitig transparent gestalten. Über einen der drei Projektoren wird die kreisende Bewegung von Silikonbrustwarzen projiziert, die in einem Wasserbecken schwimmen.
Dieser drehenden Bewegung werden mittels einer angestrahlten Disco-Kugel rotierende Lichtpunkte im Raum hinzugefügt. Zwischen all den labortechnisch anmutenden Aufbauten befinden sich immer wieder Ansammlungen toter Laborfliegen.

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