HARALD FUCHS
   
Die Bestimmung der tanzenden Milchtropfen | 1999

Rheine, Museum Kloster Bentlage

"Die Bestimmung der tanzenden Milchtropfen" ist eine Installation in der unmittelbaren räumlichen Nähe des originalen Schädelschreins im Kloster Bentlage von 1499. Für die künstlerische Auseinandersetzung mit dieser 500 Jahre alten Reliquie ist nicht ihre historische Bedeutung von Relevanz, sondern ihre zeitgenössische Übersetzung. Zehn drehende Disco-Kugeln, die mittelachsig in dem Raum installiert sind, versetzen den abgedunkelten Ausstellungsraum in ein rotierendes Lichtermeer, in dem die lokale Orientierung zunehmend schwerfällt.
Dabei streifen Hunderte von Lichtpunkten über die Oberfläche einer Schauvitrine, die in den Abmessungen: 320 cm (l) x 60 cm (b) x 60 cm (h), zentral im Raum plaziert ist.
Durch die halbverspiegelten Glasscheiben hindurch kann man bei genauer Beobachtung die innerhalb der schwach beleuchteten Vitrine liegenden Original-Röntgenfilme menschlicher genetischer DNA-Fingerabdrücke erkennen. Zwei Anmerkungen den Titel betreffend: Der Bentlager Schädelschrein von 1499 beherbergt neben den Knochen von Heiligen und Jesusreliquien auch zwei Marienreliquien: Ein Haar der Jungfrau Maria und einen Stein mit dem Abdruck eines Tropfens ihrer Muttermilch.
Einem aktuellen wissenschaftlichen Bericht zufolge haben Genforscher aus Japan erfolgreich zwei Kälber geklont, die aus (Milchdrüsenzellen) der Milch einer Holstein-Kuh gewonnen worden sind.

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