HARALD FUCHS
   
Das verlorene Wissen | 1994

Münster, Werwerka-Pavillion

"Das verlorene Wissen" ist eine Lichtinstallation im "Wewerka Pavillon" in Münster. Die Eigenwilligkeit des Ausstellungsortes ergibt sich durch die transparente Glasarchitektur des "Wewerka Pavillons" und dessen exponierte Plazierung inmitten eines großzügig angelegten Stadtparkes. Durch den künstlerischen Eingriff verwandelte sich der Glaspavillon in eine überdimensionale Glasvitrine, wobei der Betrachter durch die Ausstellungskonzeption gezwungen ist, die Vorgänge von außen zu beobachten. Die vier Glaswände sind großflächig mit insgesamt 180 qm Rückprojektionsfolie bespannt, lediglich in den Eckbereichen sind größere offene Flächen, die Durch- und Einblick ermöglichen. Vom Innenraum des "geschlossenen Systems" aus werden mittels zehn Overheadprojektoren Lichtbilder auf- und durchprojiziert. Durch die sich überlagernden Projektionen, sowie die ebenfalls über Overheadprojektoren projizierten Bewegungselemente (Luftblasen in Wasserbecken), unterliegen die Lichtbilder einer ständigen visuellen und inhaltlichen Veränderungen, je nach dem Standort des Betrachters. Die Bildmotive stammen aus der Welt unserer modernen Naturwissenschaft und deren archaischen Gegenwelt: dem Animismus afrikanischer Naturvölker. Der Pavillon selbst ist nicht mehr nur der "Ort der Ausstellung", sondern wird durch seine magische Künstlichkeit zur Skulptur, zu einer immateriellen Lichtvision über das sogenannte "Verlorene Wissen".


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