HARALD FUCHS
   
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Jürgen Kisters

"Mit Natur"
HARALD FUCHS schlägt eine Bresche zwischen Natur-Ästhetik und Wissenschafts-Ästhetik, alten und neuen Kultur- und Naturvorstellungen. Ästhetische Berührungen auf der Grundlage des Rätselhaften, die Kunst afrikanischer Gesellschaften und anschauliche Elemente aus der Wissenschaft in fließenden Übergängen. Die Kunst der Fetische und die Gefäße der Wissenschaft in einer geheimnisvollen Schwebe. Das Verlangen, sich Natur und Welt unaufhörlich erklären zu müssen, bringt viele Formen hervor. Man kann mit der Natur durch kultische Erzählungen in ein Gespräch treten oder durch naturwissenschaftliche Methoden. Man kann die Natur als lebendiges "Du" oder als Objekt ansehen.
Man kann der Natur ehrfürchtig gegenüberstehen, und man kann ganz nah an sie herangehen (wie unter dem Elektronenmikroskop). Man kann die Natur belassen wie sie ist, und man kann, indem man ihre Formen und Zusammenhänge studiert, in sie eingreifen, sie verändern und eine künstliche Welt schaffen.
Die Überschneidungen von "künstlicher" und "natürlicher" Welt drücken sich in den collagierten, übereinander belichteten Photoarbeiten von Harald Fuchs im (immateriellen) Lichte von Veschwimmungen, Verfremdungen, Überlagerungen und kräftigen Farbkontrasten aus. Der analytische Blick des Forschers und der verzauberte Blick des Forschers und der intuitive Blick des Künstlers haben eine grundlegende Gemeinsamkeit: sie stiften lllusionen. Das Wissen von der Natur ist eine Verkennung, was einschließt, daß Täuschungen unumgänglich sind. Die "Naturkunde", jener Oberbegriff fur Zoologie, Botanik, Paläontologie, Geologie, Mineralogie und naturwissenschaftlicher Heimatkunde, kennt viele Wege, sich ihren Gegenstand, dem großen Geheimnis der allumfassenden Natur, zu nähern.
Man kann sammeln oder zeichnen, Herbarien anlegen oder akribische Beschreibungen anfertigen.